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  • »FluffInTheNavel« ist der Autor dieses Themas

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Donnerstag, 24. März 2016, 08:51

Intensive Reha für inkompletten Querschnitt mit über 50 % Chance zum Laufen?

Die Frage bezieht sich auf eine Diskussion, die ich gerade mit einem Familienangehörigen führe. Er/Sie behauptet, dass die Chance "mehr als 50 %" hoch sei, bei einer inkompletten Querschnittslähmung mit Restfunktionen (d.h. man kann einige seiner Muskeln noch bewegen, aber nicht alle) wieder laufen zu können.
Er/sie beruft sich dabei auf eine Aussage einer Telefonistin einer Reha, der/die behauptete, dass es fast ausschließlich darauf ankommt, wie sehr man für das Wiedererlangen des Laufens kämpfen würde und die Zahl der laufenden Querschnittsgelähmten nur deshalb relativ gering sei, weil die meisten sich mit dem Rollstuhl abfinden würden und somit weder die Zeit, noch das Interesse haben an weiteren intensiven Rehamaßnahmen, die sie dann vollständig auf die Beine bringen würden, teilzunehmen.
Ich weiß nun nicht, ob diese Aussage wahrheitsgemäß ist oder nur ein Versuch war einen neuen Rehapatienten an Land zu ziehen und ihm unrealistische Hoffnungen zu machen. Deshalb hier die Frage an Rollstuhlfahrer:
Wenn ihr mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit WÜSSTET, dass euch eine intensive Reha von 1 oder vielleicht 2 Jahren wieder vollständig auf die Beine bringen würde (ungefähr zu dem Gangbild, das Markus Holubek hat), würdet ihr das zeitlich in euer Leben einbauen können bzw. wäre euch das so wichig, dass ihr dafür den Beruf vorerst vernachlässigen würdet oder ist es tatsächlich so, dass, so wie mein Angehöriger es behauptet, die meisten querschnittsbedingten Rollstuhlfahrer hauptsächlich wegen Bequemlichkeit, Akzeptanz ihrer neuen Situation und familiär oder beruflich bedingtem Zeitmangel sich nicht so sehr für ein Wiedererlangen der Lauffähigkeit interessieren und bemühen. Wie wichtig wäre euch ein Wiedererlangen der Gehfähigkeit im Verhältnis zu euren aktuellen Lebensumständen? Würde euer Leben ein zeitintensives Training zulassen oder würdet ihr euch im Falle des Falles dafür Zeit in eurem Leben verschaffen? Oder aber ist euch die Gehfähigkeit gar nicht so wichtig, sodass sich dieser Aufwand für euch gar nicht lohnen würde? Mir ist klar, dass das Laufen nicht für jeden das wichtigste auf der Welt ist. Muss es auch nicht. Doch wenn schon die hypothetische Gewissheit bestünde, dass sich der Einsatz am Ende durch eine Gehfähigkeit auszahlt, würdet ihr diese sehr intensive monatelange oder jahrelange Arbeit auf euch nehmen?
Schätzt ihr die Chance für inkomplett Querschnittsgelähmte ebenfalls auf über 50 %, dass (rein anatomisch betrachtet) eine Wiedererlangung der Gehfähigkeit ohne Hilfsmittel möglich wäre? Ich weiß, dass jeder Querschnitt anders ist und es auf den Einzelfall ankommt, aber trotzdem kann man doch einen allgemeinen Erfolgsfaktor einschätzen wieviel Prozent der inkomplett Querschnittsgelähmten diese "guten Aussichten" haben und wieviel nicht.

DASS eine Reha generell gemacht wird und gemacht werden sollte, ist klar. Die Frage ist nur, ob sie auch intensiv genug gemacht wird, oder ob es eben auch bei inkompletter Lähmung üblich ist, dass anatomisch gesehen kein Laufen mehr möglich ist. Sowas bestreitet ja mein Angehöriger und behauptet pauschal, es käme "nur auf den Willen an", wenn es kein kompletter Querschnitt ist.

Falls ihr jemanden aus eurem Bekanntenkreis kennt, der nach einer Querschnittslähmung das Laufen wieder "erlernt" hat, oder ihr selbst eines solcher Fälle seid, bitte ich ebenfalls um einen kurzen Erfahrungsbericht. Bitte mit Angabe der Schwere der Querschnittslähmung und der Hilfsmittel, die ggf. noch beim Laufen von Nöten sind. Ansonsten bitte ich alle anderen nicht laufenden Querschnittsgelähmten um die Antwort auf die ersteren Fragen bzgl. des "Willens" und der Einsatzbereitschaft.

Es wäre gut, wenn zu jeder Antwort noch kurz der Hinweis gegeben würde, ob derjenige selbst von einem Querschnitt betroffen ist oder nicht.

Danke!

Michael

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Donnerstag, 24. März 2016, 10:53

Hallo und Willkommen bei uns.

Zu deiner Frage, ich bin mir sicher dass niemand freiwillig bzw. aus "Faulheit" im Rollstuhl sitzt und sicher jeder die Möglichkeit wieder gehen zu können nützen würde.

Das einzige was vielleicht ein Hindernis sein könnte wäre z.B. ein hohes Alter oder weitere Verletzungen.

Grundsätzlich besteht bei jedem inkompletten Querschnitt die Chance einer "Heilung" wie lange es dauert oder wie "aufwendig" die Rehabilitation ist hängt von der schwere der Verletzungen ab und nicht von der intensität der Reha Maßnahmen.

Ich habe selbst während meiner Reha erlebt das ein anfangs querschnittgelähmter Patient wieder zu gehen begann und dessen Reha Maßnahmen unterschieden sich kaum zu meinen.

Meiner Meinung nach liegt es nur zum Teil am Patienten, für den Rest sind die behandelnden Ärzte und Therapeuten verantwortlich. Natürlich ist es auch eine Frage der Möglichkeiten denn wenn die Krankenversicherung die Kosten für eine längere Reha nicht tragen möchte weil vielleicht die Chancen zu gering sind bleibt vielleicht dem einen oder anderen keine andere Möglichkeit als die Behinderung zu akzeptieren.

Nicht alle haben die Möglichkeiten die diverse andere haben, aktuell z.B. einige Spitzensportler die weit mehr Unterstützung erhalten als "Otto Normalbürger" aber das ist wieder eine andere Sache.

Jeder der, egal durch welche Ursache, querschnittgelähmt ist macht sich zu Anfang viele Gedanken. Der wohl häufigste Gedanken ist "werde ich wieder gehen können" und da stellt sich nicht die Frage ob es zu anstrengend ist wieder gehen zu können.

Die Aussage bzw. die Info einer "Telefonistin" würde ich allerdings als "Kundenfang" bezeichnen. Über die Dauer kann lediglich spekuliert werden bzw. eine Zeitspanne angenommen werden auf Grund der Art und Schwere der Verletzung, diese Aussagen kann aber nur der behandelnde Arzt in Verbindung mit den behandelnden Therapeuten tätigen.

Zum heutigen Zeitpunkt würde ich wahrscheinlich keinerlei Maßnahmen in Anspruch nehmen die mich aus dem Rollstuhl bringen würde denn ich sitze schon seit 27 Jahren drinnen und habe dementsprechend zusätzliche "Wehwechen". Lediglich eine "Ganzkörpertransplantation" käme ev. in Frage. :D
LG.
Michael

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Donnerstag, 24. März 2016, 13:15

Hallo Michael!

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

Da du sagtest, dass dein Reha Kollege bei relativ gleichen Reha Maßnahmen wieder anfing zu Laufen. Was glaubst du, woran lag es, dass es bei dir nicht geklappt hat? An den Begleitverletzungen? An der Schwere der Verletzungen oder an dem Grad der Lähmung?
Was ist denn der genaue Grund für deine Lähmungen, falls sich fragen darf?

Vielen Dank.

Gruß

Michael

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Donnerstag, 24. März 2016, 13:29

Bei mir geht nix mehr, kompletter Querschnitt sub TH6. 6ter bis 10ter Brustwirbel, der 10te total zertrümmert.

Ein unverschuldeter Verkehrsunfall 1988 und mittlerweilen haben sich ja auch noch einige zusätzliche Dinge eingestellt wie ein paar Dekus und es musste auch ein Teil des Beckens und des Oberschenkelknochens entfernt werden daher käme jetzt für mich nichts mehr in Frage.

Der Kollege hatte etwas mehr Glück, er hatte "nur" 2 Halswirbel gebrochen und die Wirbel haben sich beim UNfall auch nur gering verschoben dadurch waren die Nerven und das Rückenmark kaum geschädigt. Bei ihm war das wohl mehr ein spinaler Nervenschock der die Nerven behinderte. Bereit nach einem Monat hatte er wieder ein Gefühl in den Beinen und nach etwa 2 Monaten konnte er sie schon wieder etwas bewegen.
LG.
Michael

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Samstag, 26. März 2016, 08:14

Danke für die Erklärung.

Ja, das kann ich verstehen, dass es für dich aus der heutigen Lage nich mehr so viel Sinn machen würde, sich extrem reinzuhängen.

Kennst du evtl. noch andere Beispiele in deinem Bekanntenkreis von Menschen mit Querschnitt, die wieder anfingen zu laufen? Wenn ja, mit welchen Hilfsmitteln (Rollator, Krücken, falls überhaupt nötig) ?

Oder auch Beispiele in deinem persönlichen Bekanntenkreis mit inkompletten Lähmungen, die aber nicht wieder laufen können? Und woran lag es bei denen, dass es bisher nicht geklappt hat?

Ich frage deshalb, weil man fast immer nur von einigen wenigen aus dem Fernsehen hört, oder welche, die ein Buch dazu geschrieben haben, wie sie es mit dem Laufen wieder hingekriegt haben. Dass jemand jemanden persönlich kennt, habe ich bisher eher selten gehört.

Michael

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Samstag, 26. März 2016, 09:09

Sorry aber das war der einzige Fall den ich kenne. Ansonsten kenne ich nur Leute mit kompletten Querschnitt allerdings denke ich dass die Fortschritte in der Medizin auch dazu beitragen das es heute mehr inkomplette Querschnitte gibt als früher.

Als ich 1988 den Unfall hatte gab es z.B. in Wien keinen Kernspintomographen (heute Magnetresonanztomographie oder MRT genannt) und so fuhr ich in Eigeninitiative nach meiner abgeschlossenen Reha nach Innsbruck um diese Untersuchung durchführen zu lassen. Sozusagen zur Sicherheit ob nicht vielleicht doch noch etwas möglich ist.

Was damals auch nicht Standard war, war das bei einer Rückenmarksverletzung nicht automatisch ein Neurochirurg im OP Team war der bei der Erst-OP ev. noch was machen hätte können. Heute ist es zumindest in den Spitälern die eine Neurologische Abteilung haben Standard das da eben auch ein Neurochirurg dabei ist.

All das, zusammen mit neuen Operationsmethoden, sorgt heute sicher dafür das es mehr Leute wieder schaffen aus dem Rollstuhl zu kommen bzw. garnicht in den Rolli zu müssen. Was wahrscheinlich auch der Grund dafür sein wird dass man heute relativ selten von einem inkompletten Querschnitt hört.
LG.
Michael

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Freitag, 30. September 2016, 17:33

Hallo,
bei mir wurde nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall ein inkompletter Querschnitt festgestellt. Das war vor 5 Jahren. Eigentlich nur der 5 und 6 Halswirbel gebrochen. Die Chance, wieder gehen zu können, war eigentlich einigermaßen gegeben.
In einer OP wurde mir zum Schutz der abgenützten HWS eine Schiene eingesetzt.
Bei einem mehrmonatiger Reha Aufenthalt wurde alles versucht mich wieder auf die Beine zu bringen. Erfolglos. Somit bleibt mir bis zu meinem Ableben nur mehr der Rollstuhl.
Damit nicht genug, so wurde mir vor einem Jahr das rechte Bein abgenommen. Der Grund dafür:
Ich hatte immer ( auch Heute noch)Spasmen in diesen Bein, die in eine immerwährende offene Ferse zu Folge hatte.Zum allen Überfluß setzte sich ein Krankenhauskeim darin fest.Ein zusätzliche Oberschenkelfraktur, hervorgrufen durch einen unsachgemäßen Krankentransport erleichteten den Entschluß das Bein zu ambutieren, da die Aussicht auf Wiedererlangen einer Gehfähigkeit nicht mehr gegeben war.
Durch die Unbeweglichkeit der unteren Extremitäten, bekam ich imer wieder Dekubitusse, so auch an der Hüfte und durch den Keim verstärkt war man schon daran, mir den Hüftknochen der zu diesen Zeitpunkt frei lag zu entfernen. Nur durch ein neues Verbandmaterial gelang es die offene Stelle zu schließen. Was den Primararzt zu der Bemerkung veranlasste : „ Sensationell, ich dachte mir, die Wunde geht nie mehr zu“
Im Internet fand ich dann eine Luftmatratze, die versprach, daß man keine Dekubitusse mehr bekommen kann. Der beste Kauf in meinem Leben. Seit damals gehören Dekus der Vergangenheit an. Die wird überall mit genommen, wenn ich mal auswärts schlafen muß.

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