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Genug angestrengt?

  • glasperlenspielerin
  • 12. Juni 2017 um 10:46
  • glasperlenspielerin
    Gast
    • 12. Juni 2017 um 10:46
    • #1

    Ich erzähl jetzt ein wenig von mir. Ich beziehe eine invaliditätspension unter dem existenzminimum. Nun sagt ein 30jähriger Studienabbrecher ""Helfen in Notsituationen, aber wenn du dich zurücklehnst, soll es dich mit aller Härte treffen." Das sind Sätze, die man von Kurz durchaus hören kann. Aus dem Munde eines 30-Jährigen klingt das freilich etwas hartherzig, weil man sofort denkt: Dieser junge Mensch kennt das Leben noch nicht, weiß nicht, welche Fallstricke es bereithält. Er denkt nicht darüber nach, wer einmal darüber richten wird, ob man sich genug angestrengt hat, und mit welchem Recht. " ( Quelle Standard) und ich frage mich ernsthaft. Ich habe,damals war das noch einfacher, nach der Matura einen wirklich guten und interessanten Job als exportsachbearbeiterin gefunden. Arbeit, die bis zueinem gewissen grad Spaß gemacht hat. Also angestrengt? Definitionssache. Stressig konnte es schon sein, aber das gehört zu einem eher anspruchsvollen Job.
    Nachdem ersten Kind habe ich das karenzjahr nicht beansprucht. nach einem jahr wäre dieser Job weg gewesen, logisch. Ich hätte einen anderen Job in diesem Betrieb bekommen. Zum Glück hatte ich eine rüstige Oma fürs Kind. nach dem zweiten Kind
    war es klar, ganztags arbeiten geht nicht mehr . Halbtagsjobs gab es in diesem Betrieb nicht. Also machte ichnauf eigene Kosten in meiner Freizeit lohnverrechner- und bilanzbuchalterprüfung. Eine sparte in der man am ehesten halbtagsjobs findet. Und wieder Glück. Ich fand einen. Gut und schön, mein Mann wurde arbeitslos. Arbeitsplätze waren bereits rar . Die Masche vom ams war damals jeden beimdem esvirgendwie geht in die Selbständigkeit zu drängen. Ja, gut, mein man gründete einen Betrieb in der krisenbranche Bau. Natürlich machte ich ihm gratis im Rahmen der " mithilfepflicht der Ehefrau " seine Büroarbeit. Um unsere Fixkosten sicher zu decken behielt ich meinen halbtags-Job natürlich. Meine beiden Großmütter wohnten bei uns im Haus und wurden langsam pflegebedürftig. Das schaffte meine Mutter, die auch noch nicht in Pension war,natürlich alleine nicht. Meine beiden Söhne waren im volksschulalter. Irgendwie haben wir es geschafft auch meinen Großmüttern ein sterben in würde daheim zu ermöglichen. In dieser Zeit wurden auch meine Eltern alt.
    Naja, das ganze von vorne. Dafür wurden die Kinder größer und besuchten das Gymnasium. Der Betrieb meines Mannes lief nie wirklich gut. Zum Glück hatte ich meinen Job nicht aufgegeben. Natürlich führte diese ständige Überlastung zu ehekrise und letztlich zur Scheidung.
    Ich war damals tatsächlich fertig und nicht mehr leistungsfähig. So verlor ich auch meinenhalbtags- Job. Als über 45jährige wa es auch nicht leicht einen zu finden. Da ich mein ganzes Leben kranke und sterbende gepflegt habe, hab ich ein Ausbildung zur altenfachbetreuerin gemacht., vom ams bezahlt. Mein Arbeitslosengeld warvso niedrig, dass ich in meiner Freizeit fabrikshallen geputzt habe. So ging es auch mit zwei Studierenden Söhnen.
    Nach Abschluss der Ausbildung habe ich einen Job in einem Wohnhaus der Lebenshilfe gefunden. Welch Glück. Natürlich bedeutet das eine Zusatzausbildung zur behindertenbetreuerin in meiner Freizeit.
    Trotzdem hatte ich endlich wieder Zeit mich zu verlieben. Dann hatte ich selber einen Schlaganfall und dürfte um die invaliditätspension kämpfen.
    Vielleichtbkönntnihr verstehen dass mir " das kalte Grausen" kommt, wenn ich mir vorstelle ein 30jähriger Studienabbrecher will beurteilen ob ich " wertes" leben bin und mich genügend angestrengt habe.

  • uschi.101
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    • 1. September 2017 um 09:20
    • #2

    hallo glasperlenspielerin

    um es gleich vorweg zu sagen
    NEIN er hatte und hat kein Recht über dich oder andere zu Urteilen.

    Wenn ich deinen Lebenslauf so lese dann kann ich dich verstehen das du es nicht begreifst wie
    jemand Fremder sich erdreistet über dich zu Urteilen.

    Wahrscheinlich geht es dir auch wie mir
    wenn sowas passiert dann muss das erst mal sich setzen und ich beginne darüber nachzudenken
    dann wird mir meist auch die Tragweite bewusst was da nun geschehen ist.

    Und meist ist viel zu spät um sich zu wehren.

    Wie ist das ganze dann ausgegangen ?

  • glasperlenspielerin
    Gast
    • 1. September 2017 um 18:31
    • #3

    Der urteilt ja nicht nur über mich. Der urteilt über alle "sozialschmarotzer". Wie es ausgeht werden wir beimder nationalratswahl sehen.wir in oö haben den Salat schon.
    https://www.bizeps.or.at/oberoesterreic…ngspolitik-ade/

  • uschi.101
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    • 2. September 2017 um 12:00
    • #4

    hallo glasperlenspielerin

    hast du geklagt ?

  • glasperlenspielerin
    Gast
    • 2. September 2017 um 12:30
    • #5

    Das einzige was man als behinderte/r tun kann ist diese Partei nicht wählen. In oö hatbeinen Frau mit Hilfe der antisiskriminierungsstelle geklagt und gewonnen. Folge: diese Partei lässtbsich nicht sekkieren. Bald wird es die antidiskriminierungsstelle nicht mehr in dieser Form geben. Siehe Link zu bizeps.

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