Ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass nichtbehinderte berührungsängste behinderten gegenüber haben. kennt ihr das auch?
Da ich seit einem Jahr wieder daheim in oö wohne nach einer Odyssee durch salzburg und Bayern wohne ich wieder in einem kleinen Dorf hinter den sieben Wäldern, in dem Nachbarschaftshilfe eine absolute Selbstverständlichkeit ist. Gott sei dank.
Auch beim einkaufen ist es selbstverständlich, dass fremde Leute ganz spontan helfen. Zum Glück.
Ich finde es ja seltsam, dass mein Mann Lt. Behindertenausweis zu 110%(!!!) behindert ist, ich nur zu 85. trotzdem wird er vom Arbeitsamt als arbeitsfähig eingestuft. Spannend, finde ich. Ich habe zum Glück eine Invaliditätspension bekommen zwar unter dem existenzminimum aber zumindest ohne Befristung.
Eine barrierefreie Wohnung kostet auch hinter den 7 Wäldern 700,-- Euro im Monat. Sie muß ja groß genug sein,dass wir uns mit 2 Rollstühlen bewegen können. Einkaufen, zum Arzt, zu Behörden Anträge stellen können wir ohne Auto nicht.
Fürs Auto bekommen wir natürlich keinen Zuschuss. Klar in oö haben wir eben schon die landesregierungskonstellation, die auch auf Bundesebene droht. Zum kotzen.
Berührungsängste
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glasperlenspielerin -
11. Juni 2017 um 18:53
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- Offizieller Beitrag
Ich kann mich noch gut erinnern als ich 1988 nach meinem Unfall aus dem Reha nach Hause kam. Ich wohne zwar nicht "am Land" aber doch am Ende von Wien im 22ten Bezirk, zu dieser Zeit war es hier noch recht ländlich. Als ich da die erste Zeit unterwegs war gab es auch eine Menge Menschen die nicht so recht wussten was sie sagen/tun sollten obwohl sie mich seit Kindheit kannten. Das hat eine Weile gedauert bis alle erkannten dass ich "nur" körperlich behindert bin und kein Problem damit habe darüber zu sprechen.
Ich glaube aber das es heute nicht mehr so schlimm ist zumal es schon fast zum täglichen Stadtbild gehört dass man Menschen im Rollstuhl auf der Straße sieht. Witzig ist irgendwie dass ich sehr oft gefragt werde ob ich Hilfe brauche auch wenn ich keine brauche. Ein Erlebnis hat mich da schon etwas irritiert, ich war beim Zgonz im 19. Bezirk Werkzeug einkaufen, hab bei meinem Auto die Heckklappe geöffnet um alles rein zu tun und würde gefragt ob ich Hilfe brauche aber niemand hat den älteren Herrn 2 Autos weiter gefragt ob er Hilfe braucht und der kämpfte mit einer großen Aluleiter um sie auf seinen Gepäckträger zu heben. Ich bin dann hin und habe ihm geholfen.
Es hängt sicher sehr vom Eindruck den man erweckt und auf die Umgebung an wie Menschen auf Behinderte reagieren, zumindestens ist das meine Erfahrung.
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ich sage ganz selten " nein, Danke, das geht schon". Weil,ich mich ehrlich gesagt über jeden freue, der helfen will. Ich habe Angst, dass diese Leute nicht mehr spontan helfen, wenn die behinderten ablehnen.