Kippschutz - ja oder nein?

  • Guten Morgen!


    Ich bin wegen MS im Rollstuhl, bisher einem vom Roten Kreuz ausgeborgten Ungetüm, seit gestern hab ich meinen eigenen (Otto Bock Avantgarde CV). Da ist nun, da ich im Fall der Fälle nicht so gut schnell gegensteuern könnte ein Kippschutz drauf. Der macht mich allerdings wahnsinnig, weil er mir meine letzte Selbstständigkeit raubt... Die Vorderräder mal schnell im Fahren nach oben kippen kann ich nicht (schnelle Bewegungen eben eher leider nicht) und Unenbenheiten, Schwellen und so hab ich bisher bewältigt, indem ich einfach langsam rückwärts, mit den großen Rädern zuerst drübergerollt bin - da ist aber jetzt der Kippschutz im Weg. Ich überlege, ihn permanent weggeklappt zu lassen, weiss aber nicht wie hoch das Risiko ist, irgendwann nach hinten zu kippen und mir den Kopf anzuschlagen... Ist das bei eher vorsichtig-langsamem Fahren überhaupt ein Thema? ?(


    LG


    Michi

  • Hallo Michi


    Willkommen bei uns. Thema Kippschutz, das ist so eine Sache, persönlich halte ich nichts davon denn wie du ja schon angemerkt hast ist das Teil mehr hinderlich als hilfreich aber es gibt natürlich auch Sicherheit. Ich sitze seit 1988 im Rollstuhl und hatte noch nie einen Kippschutz, bin aber auch schon das eine und ander Mal nach hinten gekippt aber habe mir noch nie den Kopf angeschlagen. Warum, nun einfach weil du ja nicht komplett nach hinten fällst, die Griffe verhindern dass du voll aufschlägst und so hat dein Kopf noch etwas Platz. Außerdem hält man den Kopf automatisch nach vorne beim zurückkippen weil man ja während des Kippens versucht es zu verhindern.


    Als erste Alternative falls du noch etwas vorsichtig bist kannst du ev. den Kippschutz weiter nach oben setzen. Falls das mit dem Kippschutz den du hast nicht geht einfach mal bei der Firma von der der Rollstuhl ist nachfragen ob es einen andern, verstellbaren gibt.


    Sobald du aber das Gefühl für den Rollstuhl gefunden hast und sicherer im Umgang bist wirst du sehen dass du ihn gar nicht mehr brauchst und kannst in ganz weg lassen.


    LG.
    Michael

    LG. Michael


    ;) Dem Weisen ist die Ruhe heilig, nur Verrückte haben's eilig.

  • Ich überlege schon die ganze Zeit ob ich meinen Lebensgefährten zu einem kippschutz überreden soll. Zwei mal,ist er schon umgekippt. Er ist ja Dauernd unterwegs. Zum Glück ist unser Nachbar Bodybuilder und hat die nötige Kraft ihn hochzuheben.
    Es ist alles recht kompliziert. Unser sehr netter Vermieter hat rund herum improvisierte Rampen gebaut, damit martin auch dort hin gelangt womsichndas soziale Leben unseres Hauses abspielt und extra noch eine "Hintertür" in unsere Wohnung eingebaut., damit er nicht immer rund ums Haus fahren muß.
    Wer weiß ob diese Hilfen genau den Sicherheitsnormen entsprechen. Himmel, das könnte ein Problem werden. Alles nur das nicht. Es ist ja so praktisch. Und er wäre nicht verpflichtet gewesen das zu tun.

  • Gehört zwar nicht hier her aber diese "Sicherheitsnormen" das meiste steht in der ÖNorm B1600 drinnen => https://www.rollstuhl.at/index…=DownloadDBData&dataID=18


    Ansonsten gelten grundsätzlich die Feuerpolizeilichen Vorschriften aber wenn weitere Fragen dazu sind bitte einen eigenen Beitrag im entsprechenden Bereich, Danke.

    LG. Michael


    ;) Dem Weisen ist die Ruhe heilig, nur Verrückte haben's eilig.

  • Also ich habe(wieder den Klippschutz) zwei mal ist es mir passiert,das ich voll nach hinten gekippt bin,weil ich geglaubt habe,den brauch ich nicht.Passiert ist es mir jedesmal,wie ich alleine zu Hause war.Beim ersten mal hatte ich mein Handy in Griffweite, so das ich die Rettung habe rufen können (Kosten 35,-€) beim zweiten mal,hatte ich kein Handy dabei, so musste ich mehrere Stunden am Boden liegen, bis meine Frau nach Hause kam. Sie alleine konnte mich auch nicht hoch bringen.Wieder die Rettung rufen. Wieder Kosten 35.-€ Jedesmal mit voller Wucht mit den Kopf auf den Parkettboden aufgeschlagen. Hätte bös ausgehen können. Seit damals immer den Kippschutz draußen.

  • Am E-fix habe ich auch einen Kippschutz, ohne hätte ich Angst.

  • Alles gut und schön, Sicherheit geht natürlich vor aber ich sitze seit 1988 im Rollstuhl und bin genau 3x nach hinten gefallen und hab mir nie weh getan. Man muss unbedingt unterscheiden welcher Rollstuhl und welche Behinderung. Meine Behinderung ist durch einen UNfall und ich hatte eine 3monatige Reha und hab gelernt mit dem Rollstuhl umzugehen, sogar das "aus dem Rollstuhl fallen" hab ich gelernt und auch wie man wieder rein kommt (schaff ich aber heute nicht mehr). Durch das kontrollierte Aufkippen bis zur max. Höhe und den optimal vermessenen und eingestellten Rollstuhl ist die Gefahr umzukippen sehr gering.


    Eine der häufigsten Gründe wenn man umkippt ist weil man Angst davor hat. In solchen Fällen hilft ein Beckengurt weit mehr denn der Kippschutz schützt nur vor dem nach hinten fallen, man kann aber auch nach vorne oder zur Seite kippen. Der Beckengurt verhindert dass man aus dem Rollstuhl fällt und dadurch ist auch das wieder in den Rollstuhl kommen schwer. Wenn man einen Beckengurt hat und so zu sagen "mit dem Rollstuhl umfällt" (egal auf welche Seite) ist es viel einfacher wieder hoch zu kommen weil man den Rollstuhl als Kipp-Punkt und Hebel verwendet.


    Natürlich mag es für "ältere" Menschen ein Problem sein weil man sich einfach nicht mehr so sicher ist und dann macht ein Kippschutz durchaus Sinn aber eben nicht allgemein denn jeder der aktiv mit einem manuellen Rollstuhl unterwegs ist (besonders in der Stadt) hat durch den Kippschutz mehr Probleme als ohne.

    LG. Michael


    ;) Dem Weisen ist die Ruhe heilig, nur Verrückte haben's eilig.

  • Bin zwar schon etwas älter (76),aber immer noch recht aktiv unterwegs. Mein Rollstuhl ist ein "Sportlicher" ohne Armlehnen, die ja beim Sport hinderlich sind. Und trotzdem bin ich schon zweimal umgekippt. Das passierte mir als ich versucht habe mit Schwung über ein Hindernis zu kommen.(ohne Kippschutz) Jetzt überwinde ich ein Hindernis zBsp.eine Gehsteigkante verkehrt,also rückwärts.Das geht sehr gut so.

  • Hat alles seine Vor- und Nachteile. Ich habe nie Rollstuhlfahren "gelernt"; Das gibt es hier nur in der Reha und auch nur wenn sich was wesentlich verändert hat (z.B. mein mann war beidseitig unterschenkelamputiert).
    In der Stadt braucht man nicht wirklich einen Kippschutz, aber in kleineren Städten ist es für mich ganz gut.
    Wenn ich umkippen sollte, bin ich in der Lage alleine wieder auf zu stehen, aber ein gruseliger Gedanke ist das schon, umzukippen.
    Muss auch noch sagen, dass ich den Rollstuhl für den E-fix privat gekauft habe, da ich noch meinen manuellen behalten wollte, und der ist nicht angepasst.
    Bei der kleinsten Steigung zieht es den E-fix nach hinten weg und das ist ein ganz komisches Gefühl.

  • ich denke, dass liegt an dem Akku, da war erst ein kleinerer dran und den hatten sie mir geklaut und da haben wir einen größeren genommen, und wo der eigentlich hin gehört, da bin ich mit den Beinen nicht klar gekommen. Das war denn hinderlich beim aufstehen und auch beim Sitzen.
    Und da ist der jetzt weiter hinten, und ich bin ein "Fliegengewicht".
    Wir sind jetzt ins Harzvorland umgezogen und da habe ich das im Wald bemerkt. Da sind richtig die Räder vorn hoch gegangen und dann auf diesen Kippschutz, das war wirklich beängstigend.
    Jetzt habe ich für den Wald einen Otimus privat gekauft. Der E.fix ist nun mal kein Geländerolli.
    In den umliegenden Kleinstädten ist es nicht ganz so problematisch.

  • Sorry habe mich verschrieben, Optimus meinte ich. Habe da schon mal was drüber geschrieben in einem anderen Tread. Das ist ein Modell von Meyra: ziemlich kompakt und nur fürs Gelände geeignet.