Förderungen in Österreich - PRO und KONTRA

Schon gewusst…?

Kein Stück Papier kann mehr als sieben mal gleichmäßig gefaltet werden.

  • Toll das wir in einem Land leben in dem man kostenlose Förderungen für behindertenbedingte Anschaffungen und/oder Umbauten bekommt. So manch ein Umbau oder eine Anschaffung wäre ohne diese Förderungen nicht möglich.


    So toll diese Sache auch ist, hat sie trotzdem ihre Tücken. Da wäre zum Beispiel die Unterschiede zwischen den Ursachen der Behinderung (Arbeitsunfall oder Freizeitunfall), als nächstes kommt der Unterschied im Wohnort (jedes Bundesland hat seine eigene Förderungen und Förderungshöhen) und dann wäre da ja auch noch der Unterschied zwischen alleinstehend oder in Partnerschaft lebend bzw. verheiratet (bei allen Förderungen zählt das Einkommen aller im gemeinsamen Haushalt lebenden).


    Schon klar das der, der mehr hat weniger bekommt als der, der weniger hat aber mal ganz ehrlich, wieso muss jemand der mit einem Behinderten zusammen lebt sein gesamtes Einkommen dafür aufwenden damit der Behinderte zurecht kommt. Irgendwie unfair oder nicht ? Es wird dabei in keinster Weise darauf Rücksicht genommen das der Nicht-Behinderte selbst Kosten und Ausgaben hat die nichts mit der Behinderung des Partners zu tun hat. Hier müsste es auf alle Fälle eine Art "Selbstbehalt" geben damit Mann oder Frau wenigstens ein "Taschengeld" hat um Dinge des persönlichen Bedarfs unabhängig kaufen kann.


    Besonders unfair finde ich auch das man für ein und den selben Umbau/Anschaffung NICHT immer die selbe Förderung bekommt. Schön für jeden der z.B. in Wien wohnt denn meine bisherige Erfahrung bekommt man in Wien die meisten und auch höchsten Förderungen. Was bitte soll das ? Sind denn Umbauten oder Anschaffungen in den anderen Bundesländern nicht nötig oder vielleicht viel billiger, ich denke nicht also findet hier eigentlich eine Diskriminierung statt die dringenst abgeschafft werden muss.


    Wer schon länger im Rollstuhl sitzt und nicht zu den glücklichen Menschen gehört die mit finanziellen Reichtum gesegnet ist wird sicher auch schon bemerkt haben das in den letzten Jahren die Förderungen stark nachgelassen haben. Manche gibt es überhaupt nicht mehr andere wurden massiv gekürzt, nun ja wir alle müssen sparen aber doch nicht so, das kann nicht funktionieren. Was hilft es denn wenn man 50% gefördert bekommt ? Klar, es gibt jetzt sicher einige die sagen: "Sei doch froh das du überhaupt etwas bekommst" und traurigerweise haben sie ja Recht aber wenn wir schon sparen müssen warum verschenkt man dann das Geld, das oft nicht reicht und man dann erst recht einen Kredit aufnehmen muss oder auf den lang angesparten Urlaub verzichten muss. Warum vergibt der Staat in solchen Fällen keine zinsenlose Kredite mit langer Laufzeit in der vollen Höhe ? So ist dem Behinderten in vollem Umfang geholfen und der Staat erhält sein Geld wieder zurück, wäre das nicht weit sinnvoller ? Ich denke schon. Was denkt ihr darüber ?


    Also, liebe Entscheidungsträger, überlegt euch das einmal, Kredit statt Geld verschenken und das im selben Umfang für jeden Behinderten in ganz Österreich. Vielleicht ein kleiner Beitrag zu den notwendigen Sparmaßnahmen aber ohne Leidtragende.

    LG. Michael


    ;) Man ist nicht behindert, man wird behindert. :cursing:

  • Mit jedem Jahr steigen nicht nur die Lebenshaltungskosten, sondern auch die zusätzlichen Belastungen auf Grund von Krankheit und/oder Behinderung. Trotz allem werden die Sozialleistungen weiter reduziert bzw. der Zugang zu Ihnen erschwert. Die Einkommensgrenzen für Befreiungen oder Förderungen sind teilweise auf einem so niedrigen Stand, dass es kaum noch möglich ist diese nicht zu überschreiten ohne massive Einschränkungen in Kauf nehmen zu müssen.


    Ein weiteres Problem ist das bei Befreiungen und Unterstützungen immer das Einkommen aller im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen zu 100% als Grundlage genommen werden. Dies ist eigentlich entgegen dem Gesetz da selbst bei Pfändungen ein Mindestbetrag übrigbleiben muss. Ebenso behalten Personen die in Pflegeheimen leben einen gewissen Mindestbetrag als „Taschengeld“ um persönliche Dinge des täglichen Lebens kaufen zu können.


    Da dies bei Anträgen zu Befreiungen/Unterstützungen/Förderungen völlig außer Acht gelassen wird kann es im schlimmsten Fall dazu führen, dass der/die nichtbehinderte PartnerIn gezwungen ist das gesamte Einkommen für die behinderte Person aufwenden muss und dadurch selbst Gefahr läuft die eigenen Bedürfnisse nicht mehr decken zu können oder Schulden zu machen.


    Dieser Umstand führt dazu das oftmals notwendigen Dinge vernachlässigt werden oder sogar illegale Schritte erforderlich werden. Diese Dinge sind z.B.:


    • Schlechte bzw. einseitige Ernährung
    • Gesundheitliche Verschlechterung
    • Trennungen, Scheidungen bzw. vermehrt alleinlebende Personen
    • Missbrauch von zweckgebundenen Förderungen (z.B. Pflegegeld zur Deckung der Mietkosten)
    • Verschlechterung des Allgemeinzustandes durch die zusätzliche Belastung
    • Vermindertes Selbstwertgefühl
    • Verlust von sozialen Kontakten und Vereinsamung
    • u.s.w.


    Und dies sind nur einige Dinge welche durch ein sozialeres System wegfallen oder zumindest verringert werden können. Doch bei Förderungen/Unterstützungen/Befreiungen steht ausschließlich das Geld im Vordergrund ohne dabei zu bedenken, dass dadurch die möglichen Folgekosten weit höher sind als durch die nicht genehmigten Unterstützungen eingespart werden.


    Eigentlich traurig besonders, wenn man, wie ich vor ein paar Tagen erfahren habe, hört, dass ein Rollstuhlfahrer der eine 24Std. Pflege benötigt und dessen Pflegerin bei ihm wohnt und er aus Selbstverständlichkeit diese Person bei ihm angemeldet hat, nun deren Einkommen bei der Mietbeihilfe angerechnet wurde. Ergebnis, Beihilfe angelehnt.


    Ich glaube dazu muss man eigentlich nicht mehr sagen und ich bin schon gespannt darauf wieviel Personen hier auch noch einiges dazu zu sagen haben.

    LG. Michael


    ;) Man ist nicht behindert, man wird behindert. :cursing: