Stammzellenforschung

Michael
In der Forschung zur Behandlung von Rückenmarksschäden wurden in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, ein wirklicher Durchbruch ist aber noch nicht in Sicht. Eines der Hauptprobleme sind die Heilungsbestrebungen des Körpers selbst: Während schon kurz nach einer Durchtrennung des Rückenmarks verschiedene neuronale Ausläufer versuchen, den Ort des Geschehens zu erreichen, bildet sich Narbengewebe, was ein Durchkommen verhindert. Vergleichbar ist dies den Bemühungen von Rettungskräften, sich auf einer verstopften Autobahn während der Reisezeit den Weg zum Unfallort zu bahnen.
Ansätze, das unerwünschte Reparaturgewebe für wachsende Nervenfasern durchlässig zu machen, gibt es seit etwa zwei Jahren mit einem bakteriellen Enzym namens "Chondroitinase ABC". Die Substanz vermag die molekularen Strukturen durch Abspaltung von Zucker aufzubrechen. Im Tierversuch gelang es, durch Injektion des Enzyms bei Mäusen - unterstützt von Wachstumsfaktoren - künstlich verursachte Lähmungen wenigstens partiell wieder rückgängig zu machen.

Letztlich ist aber die Regeneration des verletzten Nervengewebes entscheidend. Dazu wird das Transplantieren von Nervenzellen, Fibroblasten (Gewebezellen) und verschiedenen Gliazellen – das Stützgewebe des Zentralnervensystems – experimentell erforscht. Zu den vielversprechendsten Kandidaten scheinen die so genannten "olfactory ensheathing cells" (OECs) zu gehören. Diese olfaktorischen Gliazellen - der Nervus olfaktorius (Riechnerv) gehört zu den 12 Hinnerven - besitzen Eigenschaften sowohl des peripheren als auch des zentralen Nervensystems, was für die Regeneration der komplexen Nervenstrukturen offensichtlich von Vorteil ist.
Schon 1999 berichtete der bekannte deutsche Forscher Oliver Brüstle in der Zeitschrift "Science" über den Einsatz embryonaler Stammzellen für Myelin-Transplantate. In den USA wurden danach Stammzellen aus den Embryos von Schweinen in die Wirbelsäule von mehreren Gelähmten injiziert. Ihre Verwendung ist aber nach wie vor umstritten – nicht nur aus ethischen, sondern auch aus medizinisch-wissenschaftlichen Gründen.
"Die Erforschung von Risiken, wie etwa die mögliche Bildung von Tumoren beim Einsatz embryonaler Zellen, wird noch Jahre in Anspruch nehmen", so Dr. Eberhard Lampeter. Er ist Experte für die Verwendung adulter Stammzellen, wie sie in etwa 20 Organen des Körpers und im Nabelschnurblut von Neugeborenen gefunden werden.

Für manche mag die Stammzell-Forschung ein Tabuthema sein und es gibt sicher eine Menge Faktoren die dabei zu bedenken sind - fakt jedoch ist dass dadurch eine Vielzahl an, heute unheilbaren, Krankheiten behandelbar werden. Nicht heute und auch nicht morgen aber mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Tag kommen, sofern die Gegner dieser Forschung sich nicht durchsetzen und die Weiterentwicklung stoppen bzw. verhindern.

Michael
timewalker
selbst wenns mal möglich ist daß ein querschnitt heilbar ist wirds MIR nix bringen.
bis dahin sind meine knochen schon so porös, die sehnen so verkürzt und die muskel sowieso athrophiert daß ich eh nicht mehr gehen könnte.
viell. bringts den neuen was, aber da bin ich wohl zu egoistisch.

ich habe mich davon schon lange verabschiedet, und deshalb kann ich auch ein ganz zufriedenes leben leben.
Michael
Stimmt, älteren Querschnittlern wird es wahrscheinlich nix bringen, trotzdem ist es eine wichtige Forschung. Immer dran denken, es könnte auch unseren Kindern passieren und die hätten dann etwas davon.

Man sollte aber wie du schon richtig bemerkt hast nicht sein Leben davon abhängig machen, der Rollstuhl ist schließlich nicht das Ende sondern einfach nur ein neuer Anfang.